Untersuchung der Stadtnatur

Pressemeldung des Umweltamtes der Stadt Frankfurt

Neue Forschungen zu Frankfurts Naturvielfalt


Bereits seit 1985 untersucht die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Rahmen der Biotopkartierung für das Umweltamt Veränderungen der Flora und Fauna im Stadtgebiet – mit Blick auf den Klimawandel und Nutzungsänderungen wird die Forschungskooperation nun erweitert.

Wie verändert der Klimawandel bereits jetzt die biologische Vielfalt im Stadtgebiet? Welche Auswirkungen können wir zukünftig noch erwarten? Und mit welchen Maßnahmen können wir auf diese Veränderungen am besten reagieren? – Das wollen das Umweltamt und Senckenberg mit einem langfristigen Forschungsprojekt gemeinsam herausfinden. Seit 1985 dokumentiert die Arbeitsgruppe Biotopkartierung regelmäßig, welche Arten und Lebensräume in Frankfurt zu finden sind. Die Frage, wie sich insbesondere der Klimawandel, aber auch andere Faktoren wie Flächenversiegelung und Zerschneidung von Lebensräumen, auf die Stadtnatur und die biologische Vielfalt auswirken, wird nun noch zusätzlich untersucht.
„Die Stadt Frankfurt am Main und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung können auf eine fast vierzigjährige Kooperation zurückblicken, die sich bewährt hat. Das Zusammenwirken von Klimawandel, Landnutzungswandel und globaler Vernetzung wirkt sich massiv, äußerst schnell und oft negativ auf die Naturvielfalt aus. Unser Ziel ist es, mit den Untersuchungs-Ergebnissen schnell und effizient reagieren zu können, damit die Stadt Frankfurt auch in Zukunft für ihre Bürger:innen lebenswert bleibt“, sagt Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

Daher sollen in Zukunft zusätzlich zur Kartierung von Tier- und Pflanzenarten noch weitreichendere Untersuchungen durchgeführt werden, um zu ermitteln, welche Arten und Biotope in Frankfurt vom Klimawandel aber auch von Nutzungsänderungen besonders betroffen sind. Dabei werden unter anderem auch Veränderungen in der Artenzusammensetzung durch das Verschwinden heimischer und das Auftreten neuer Arten über längere Zeiträume verfolgt.

Im Rahmen der Untersuchungen werden die Bestände heimischer Arten gemonitort. Hierbei wird der Schwerpunkt vor allem auf die Ziel- und Verantwortungsarten aus dem Arten- und Biotopschutzkonzept (ABSK) der Stadt Frankfurt gelegt. Dazu zählen beispielsweise der Flussregenpfeifer und die Rohrweihe. Daneben werden auch andere ausgewählte Arten, wie der in Deutschland vom Aussterben bedrohte Heldbockkäfer, genauer betrachtet.

„Auf Grundlage des Monitorings können wir im nächsten Schritt passende Handlungsempfehlungen entwickeln“, erklärt Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Ziel des Forschungsprojekts sei es, Arten und Lebensräume zu identifizieren, die in Zeiten des Klimawandels langfristig entwickelt und gefördert werden müssen und daraufhin konkrete Maßnahmen, wie beispielsweise die Vernetzung von Lebensräumen, zu erarbeiten, so Tockner. „Mit Senckenberg haben wir seit 39 Jahren eine der weltweit bedeutendsten Forschungseinrichtungen rund um die biologische Vielfalt an unserer Seite. Mit der
Biotopkartierung haben wir eine solide Grundlage geschaffen, auf die wir jetzt mit dieser auf zwölf Jahre angelegten Forschungskooperation aufbauen können“, erläutert Umweltamtsleiter Peter Dommermuth den Wert der
Forschungskooperation.

Ebenso von Bedeutung sind daher auch die nichtheimischen Tier- und Pflanzenarten, die sogenannten Neobiota, die sich zunehmend auch aufgrund von Klimaveränderungen im Stadtgebiet ansiedeln. Zu ihnen gehören unter anderem die Armenische Brombeere, Mandarinenten und der Halsbandsittich. Durch das Monitoring dieser Arten können Auswirkungen auf andere Arten und Lebensräume beobachtet und damit beurteilt werden. Die Untersuchungen finden in charakteristischen Gebietstypen (z.B. landwirtschaftliche Flächen, Renaturierungsgebiete, Streuobstwiesen, Waldweiher, etc.) statt, um die Vielfalt der Lebensräume und Arten, die das Frankfurter Stadtgebiet beherbergt, abbilden und mögliche Veränderungen beurteilen zu können.