Edmontosaurus

Sonderausstellung

Edmonds Urzeitreich – Eine Dinograbung in Frankfurt


Vor den Augen der Besucher*innen legte das Präparator*innen-Team während der ersten Saison in dem 20 Quadratmeter großen „Bonebed“ aus Wyoming knapp 1.000 Zahn- und Knochenfunde verschiedener Dinosaurierarten wie T. rex, Triceratops, Pectinodon und Edmontosaurus frei und bereitete sie für weitere wissenschaftliche Analysen vor. Während der Wintermonate bearbeiteten sie die Funde mit Mikroskop, Druckluftstichel und Sandstrahlgebläse in der Werkstatt und bestimmten und inventarisierten die Fossilien.

Das Grabungsteam der Ausstellung „Edmonds Urzeitreich – Eine Dino-Grabung in Frankfurt“ hat inzwischen große Teile des Bonebeds aus Wyoming bearbeitet und schon zahlreiche fossile Zähne und Knochen von Edmontosaurus und vielen anderen Dinosauriern entdeckt. Ein Grabungs-Highlight sind Zähne von großen Raubdinosauriern, darunter ein acht Zentimeter großer T. rex-Zahn. Weitere Highlights sind zahlreiche Schädelknochen von Edmontosaurus. Neben Dinosaurier-Fossilien gab es auch viele andere Entdeckungen: Fossile Funde von Schildkröten, Krokodilen, Säugetieren und bislang noch unbestimmten Tieren und Pflanzen. 

Nicht nur die Funde selbst, sondern die Lage der Fossilien in dem Bonebed verraten den Wissenschaftler*innen vieles über das Ökosystem vor knapp 70 Millionen Jahren in Wyoming.

Nehmen Sie gemeinsam mit unseren Mitarbeitern am 24.10.2021 Abschied von der Grabungsstätte

Projektleiter Philipe Havlik ist begeistert: „Im gesamten Bonebed hatten wir etwa 1.000 Funde erwartet – schon jetzt zeichnet sich ab, dass es etwa vier mal so viele werden könnten, wie ursprünglich angenommen!“ Es bleibt spannend in unserer Frankfurter Dinograbung und wir freuen uns, dass die Arbeiten im nächsten Jahr weitergehen können!

Mit verschiedenen Untersuchungen an den Funden sollen wissenschaftliche Fragestellungen zu der Zeit von Edmond & Co geklärt werden. 20 Wissenschaftler*innen aus acht Forschungsinstituten verfolgen auch in der zweiten Grabungssaison verschiedene Methoden und Fragestellungen, um gemeinsam das Ökosystem der Dinosaurier von Wyoming von vor fast 70 Millionen Jahren zu rekonstruieren, es zu verstehen und die Bildung des Bonebeds zu klären. Dabei können die Wissenschaftler*innen auf zahlreiche Erkenntnisse aus der ersten Saison zurückgreifen. Erst kürzlich konnte am Senckenberg Institut Dresden das genaue Alter des Gesteins anhand von vulkanischen Mineralen bestimmt werden, an der Goethe Uni fanden Forscher*innen Hinweise darauf, dass Edmontosaurier große Wanderungen unternommen haben, und in den Präparationslaboren fanden sich Hinweise darauf, dass einige Dinosaurier schwere Knochenbrüche überlebt hatten.

Auch in der zweiten Grabungssaison werden sich weitere Puzzleteile ergeben, die dazu beitragen, das Ökosystem von vor knapp 70 Millionen Jahren zu rekonstruieren. „Zudem hoffen wir, dass wir zahlreiche weitere Edmontosaurus-Funde aus dem Gesteinsblock bergen werden, die eine Antwort auf die Frage zulassen, ob es sich um eine ganze Herde handelt, die an dem Fundort in Wyoming verendet ist“, erklärt er. Neben den Edmontosaurus-Funden erwartet das Team weitere T. rex– und Säugetierfossilien.

Eine der wenigen Edmontosaurus-Mumien beherbergte das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt schon seit über 100 Jahren.

Ein 20- und ein 40-Fuß-Container wurden auf dem Seeweg von den USA nach Frankfurt verschifft – an Bord: „Edmonds Urzeitreich“, ein etwa 20 Quadratmeter großer Gesteinsblock voller Dinosaurier-Knochen. Unterstützt durch die Lipoid-Stiftung als Hauptförderer setzte Senckenberg so ein weltweit einmaliges Projekt um.

Das aus der Lance-Formation in Wyoming geborgene „Bonebed“, reich an Knochen von Edmontosaurus und weiteren Fossilien, wurde nach Frankfurt transportiert und war dort ab dem 4. Juni 2020 im Rahmen einer Kooperationsausstellung mit dem Wyoming Dinosaur Center Thermopolis, dem Frankfurter Kunstverein und National Geographic im Senckenberg Naturmuseum zu sehen. Vor den Augen der Besucher*innen legten Präparator*innen die Fossilien aus dem Gesteinsblock frei und bereiteten sie für weitere wissenschaftliche Analysen vor.  Sobald das Museum wieder geöffnet werden darf, wird auch die zweite Grabungssaison in unserem korallenroten Pavillon beginnen. Unsere Wissenschaftler*innen haben die Herbst- und Wintermonate dazu genutzt, um in den Werkstätten und Laboren an den Funden zu arbeiten und zu forschen.

Scan & Go: erfahren Sie im Videotutorial, wie Sie Edmond zum Laufen bringen.

Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt beheimatet seit mehr als 100 Jahren eine der wenigen Edmontosaurus-Mumien, genannt Edmond. Das Fossil stammt – wie das Bonebed – aus der Lance-Formation in Wyoming. Das nahezu vollständige Skelett und die Hauterhaltung – ein wichtiges Zeugnis für das Aussehen der Dinosaurier – machen das Exponat für die Wissenschaft so bedeutend.

Mit den Untersuchungen der Funde aus der nach Frankfurt transportierten Fossilfundstelle sollen nun bisher ungeklärte wissenschaftliche Fragestellungen zu der Zeit von Edmond & Co geklärt werden: Wie sah das Ökosystem der Dinosaurier von Wyoming in der späten Kreidezeit, vor knapp 70 Millionen Jahren, aus, als die CO2-Konzentration in der Atmosphäre deutlich höher war als heutzutage? Wie lebten und starben die riesigen Tiere, wer fraß wen und welche Herausforderungen mussten sie in ihrem tagtäglichen Überlebenskampf bewältigen, bis das Zeitalter der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahre mit einem Schlag endete?

Edmonto
Eine der wenigen Edmontosaurus-Mumien ist seit mehr als 100 Jahren im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt beheimatet.

Die virtuelle Eröffnung fand bereits am 3. Juni 2020 digital statt. Hier finden Sie die Aufzeichnung des Livestreams zum Nachschauen!

Der Frankfurter Kunstverein ist Kooperationspartner der Ausstellung und  hat das Künstlerkollektiv YRD.Works eingeladen, den Präsentationsraum zu entwerfen, in dem Wissenschaft erlebbar wird. Das Konzept umfasst drei Stationen: den temporären Bau, in dem die Wissenschaftler*innen ihre Ergebnisse vorstellen werden, einen Klopfplatz, an dem Besucher*innen selbst Fossilien entdecken können sowie die Neuinszenierung der Edmontosaurus-Mumie im Museum. In dem eigens errichteten Bauwerk des Künstlerkolletivs werden die Besucher*innen in ein paläontologisches Präparationslabor entführt. Hier können sie dabei zuschauen, wie die Untersuchung von Dinosaurierknochen erfolgt.

Neben der Grabungssituation wird die Ausstellung die Reise des „Bonebeds“ von Wyoming nach Frankfurt zeigen und erste wissenschaftliche Erkenntnisse vorstellen, die bereits aus den gefundenen Fossilien gewonnen wurden.

Schon bevor die Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum eröffnet, kann das Projekt online verfolgt werden.

National Geographic ist exklusiver Medienpartner und stellt auf der Projektseite „Edmonds Urzeitreich“ in regelmäßigen Abständen mit Text, Foto und Bewegtbild die beteiligten Wissenschaftler*innen, die verschiedenen Forschungsmethoden sowie Details zur Grabung, der Reise und zur kommenden Ausstellung vor.

Hauptförderer des Projekts: Lipoid Stiftung

Eine Kooperationsausstellung mit dem Frankfurter Kunstverein, National Geographic und dem Wyoming Dinosaur Center Thermopolis.

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