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Veranstaltungshinweis

Medikamente der Natur - Neue Wirkstoffe entdecken, entwickeln und nutzen

Digitale Veranstaltung am 23. November gibt Einblick in die Erforschung von Naturstoffen

Frankfurt am Main, 16. November 2021. Seit Jahrhunderten dient die Natur dem Menschen als Quelle für wirksame Arzneimittel. Etwa ein Drittel der zugelassenen Medikamente lässt sich auf Naturstoffe zurückführen. Und das Potenzial ist längst noch nicht ausgeschöpft. Mithilfe innovativer Technologien in der Wirkstoffentwicklung arbeiten Forschende und Unternehmen daran, neue Naturstoffquellen zu erschließen und für die pharmazeutische Anwendung nutzbar zu machen. In der digitalen Veranstaltung „Medikamente der Natur“, die von Technologieland Hessen in Kooperation mit dem LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (LOEWE-TBG) angeboten wird, präsentieren Expert*innen aus Wissenschaft und Industrie in sieben Kurzvorträgen neue Strategien für die Entdeckung, Entwicklung und Anwendung von Wirkstoffen und diskutieren im Anschluss die aktuellen Herausforderungen der Branche.

Neue Arzneimittel werden in der Medizin dringend gebraucht – etwa für die Behandlung von Krebs, Infektionskrankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Vielfalt möglicher Wirkstoffproduzenten für entsprechende Medikamente erstreckt sich über alle Bereiche der Natur – darunter auch viele noch unerschlossene Bioressourcen. Doch auf der Suche nach unbekannten Wirkstoffen stoßen die traditionellen Screeningverfahren zunehmend an ihre Grenzen. Dank innovativer Methoden lässt sich das Auffinden neuer Wirkstoffkandidaten massiv beschleunigen. Weitere Technologien ermöglichen es, die Naturstoffproduktion zahlreicher Lebewesen bereits in deren Erbgut abzulesen oder Stoffwechselwege gezielt für die Produktion bioaktiver Substanzen zu verändern. Dabei gilt es, die Wirkmechanismen zu entschlüsseln und einer Anwendung zuzuführen.
 
Die Referent*innen der Veranstaltung geben Einblick in unterschiedliche Aspekte der Naturstoff-Forschung – vom Aufspüren interessanter Wirkstoffe in Tiergiften, zur Behandlung von Influenza-Infektionen und parasitärer Tierkrankheiten bis zur Erforschung des Einsatzes von Pilzen im Pflanzenschutz. Auch die Entwicklung neuer Technologien wird vorgestellt. Die Veranstaltung bietet anschließend Raum für Dialog und Fragen an die Referent*innen.
 
Digitale Veranstaltung: „Medikamente der Natur – Neue Wirkstoffe entdecken, entwickeln und nutzen“ Kurzvorträge mit anschließender Diskussion
 
Referent*innen: Dr. Carola Greve, Leiterin des Laborzentrums von LOEWE-TBG; Prof. Andreas Vilcinskas, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und LOEWE-TBG; Prof. Eric Helfrich, LOEWE-TBG und Goethe-Universität Frankfurt; Dr. Kornelia Hardes, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und LOEWE-TBG; Dr. Björn Rotter, GenXPro; Prof. Paul M. Selzer, Boehringer Ingelheim Vetmedica; Dr. Anja Schüffler, Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF)
 
Moderation: Dr. Hendrik Pollmann, Hessen Trade & Invest
 
Datum: 23. November 2021, 13:00 Uhr bis 16:30 Uhr
 
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: https://events.technologieland-hessen.de//Medikamente-der-Natur-Neue-Wirkstoffe-entdecken-entwickeln-und-nutzen-2021
 
Das vollständige Programm unter:
www.technologieland-hessen.de/bioinnovationen-veranstaltung

Das LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) bündelt Forscher*innen in Hessen, die die genetische Basis der biologischen Vielfalt untersuchen. Ziel ist es auch, die Erkenntnisse für gesellschaftliche Anliegen zu nutzen, etwa für den Naturschutz oder antivirale Strategien. Das Zentrum LOEWE-TBG ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Fraunhofer Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, des Fraunhofer Instituts für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP und des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Finanziert wird das Zentrum von der Hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE). Weitere Informationen: www.tbg.senckenberg.de

 

Informieren, beraten, vernetzen: Das Technologieland Hessen unterstützt Unternehmen dabei, zukunftsweisende Innovationen zu entwickeln. Wir entfalten wirtschaftliche Potenziale, machen technologische Spitzenleistungen sichtbar und profilieren damit Hessen als Technologie- und Innovationsstandort. Umgesetzt wird das Technologieland Hessen von der Hessen Trade & Invest GmbH im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Im Innovationsfeld Life Sciences & Bioökonomie unterstützen wir Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und pharmazeutische Industrie. In einem äußerst dynamischen Umfeld bieten wir Orientierung und treiben gleichzeitig die Entwicklung der Bioökonomie voran, einer Wirtschaftsweise, die fossile Rohstoffe durch nachwachsende ersetzt. Weitere Informationen: https://www.technologieland-hessen.de

 

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und erforscht seit über 200 Jahren weltweit das „System Erde“ – in der Vergangenheit, der Gegenwart und mit Prognosen für die Zukunft. Wir betreiben integrative „Geobiodiversitätsforschung“ mit dem Ziel die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Zudem vermittelt Senckenberg Forschungsergebnisse auf vielfältige Art und Weise, vor allem in den drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden. Die Senckenberg Naturmuseen sind Orte des Lernens und Staunens und sie dienen als offene Plattformen dem demokratischen Dialog – inklusiv, partizipativ und international. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Press material

Wespenspinne Argiope bruennichi

Woraus bestehen Tiergifte und welche sind als Naturstoffe nutzbar? Forscher*innen untersuchen unter anderem die Wespenspinne (Argiope bruennichi), deren Gift für den Menschen ungefährlich ist. Copyright: Tim Lüddecke