PM Nomaden 27.01.2020
Nomade der Ethnie der Fulbe in Birkina Faso (Westafrika).

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Nomaden – alte Lebensweise und postmoderner Lifestyle

Vortrag am 29.1.2020 bei Senckenberg


Die nomadische Lebensweise ist seit jeher eine effiziente Anpassung an instabile, variierende Lebensbedingungen und knappe Ressourcen. Trotzdem haben es Nomad*innen überall auf der Welt heute schwer. Im nächsten Vortrag der Senckenberg-Reihe „Welt in Bewegung“ wird der traditionelle dem modernen Nomadismus gegenübergestellt und die Frage diskutiert, warum die einen als rückständig gelten während die anderen einen scheinbar neuen, „hippen“ Lebensstil verfolgen.

Nomad*innen gab es einst auf der ganzen Welt. Traditionelle nomadische Lebensweisen folgen dabei meist auch einer nachhaltigen Nutzung knapper natürlicher Ressourcen und setzen eine genaue Wahrnehmung und detaillierte Kenntnis der genutzten Ökosysteme voraus. Oftmals gelten nomadisch lebende Menschen der ländlichen Regionen heute trotzdem als rückständig und unmodern. Viele Staaten drängen sie sozial und ökonomisch an den Rand der Gesellschaft oder in die Sesshaftigkeit. Gesellschaftlich sehr positiv wahrgeommen werden hingegen die modernen, urbanen oder digitalen Nomad*innen – kosmopolitische Städter*innen, die ihren globalisierten Jobs heute hier und morgen dort nachgehen. Aber was macht diese Lebensweise mit den Menschen, und warum werden diese beiden Formen mobiler Lebensweisen so extrem unterschiedlich beurteilt? Die Anthropologin Anja Fischer erforscht seit vielen Jahren nomadische Mobilitätsstrategien und postnomadische Lebensweisen, vor allem bei Tuareg in der Zentralsahara. Auch betrachtet sie die Zukunft des Nomadentums – und ist dabei vorsichtig optimistisch.

Vortrag: Nomaden – alte Lebensweise und postmoderner Lifestyle
Referentin: Dr. Anja Fischer (Universität Wien)
Datum: Mittwoch, 29. Januar, 19:15 Uhr
Ort: Hörsaal, Arthur-von-Weinberg-Haus, Robert-Mayer-Straße 2,
60325 Frankfurt
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vortragsreihe „Welt in Bewegung – Wanderungen, Mobilität und Migration im globalen Kontext“

Alles fließt – Bewegung macht diesen Planeten aus, und alles, was darauf lebt. In der Natur gibt es keinen Stillstand. (Fort-)Bewegung treibt die Evolution an und beeinflusst sie auf verschiedenste Weise. Dabei verursacht der Mensch mit seinen Eingriffen ins Erdsystem inzwischen selbst die größten Bewegungen. Bewegung ist auch ein wichtiges gesellschaftliches Thema – seien es die Arealverschiebungen und oft menschgemachten Invasionen von Pflanzen und Tieren im sich wandelnden Erdsystem oder die Bewegung der Menschen selbst. Auch wenn der moderne Mensch heute überwiegend sesshaft lebt, bestehen traditionelle nomadische Lebensweisen bis heute fort – wie lange noch? Und weltweit sind Menschen auf der Flucht vor gefährlichen Lebensumständen, was oft von den nicht Betroffenen als Bedrohung gesehen wird. Aber wie hängen Klimawandel, Umweltkrisen und menschliche Mobilität tatsächlich zusammen? Sind sie heute wirklich Ursachen für größere Fluchtbewegungen – oder ist es komplizierter? Die neue Vortragsreihe am Frankfurter Naturmuseum, die bis Ende Februar neun Abende umfasst, bringt verschiedenste, im wahrsten Sinne des Wortes bewegende Themen in einen Kontext: was bedeuten sie für uns Menschen, wie werden sie erforscht, und wie gehen wir damit um?

Alle Informationen zur Reihe und den einzelnen Vorträgen finden sich unter https://www.senckenberg.de/weltinbewegung

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