Pressemeldung 07-08-25
Von Bienchen und Blümchen: Das Zusammenspiel zwischen Blüten und Bestäubern im Messeler Urwald
Vortrag der Reihe „Messel – Fenster zur Urzeit, Schatz der Menschheit“ am Mittwoch, 13. August, im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Blütenpflanzen sind die artenreichste Gruppe innerhalb des Pflanzenreichs. Sie dominieren fast jeden Lebensraum und sind die Grundlage aller Landökosysteme. Der Tierwelt bieten sie Nahrung und Schutz, verdanken dieser aber auch ihren Erfolg. Im zweiten Vortrag der Reihe „Messel – Fenster zur Urzeit, Schatz der Menschheit“ zeigt Christian Geier von der Universität Wien, wie schon seit Millionen Jahren Blütenpflanzen und Tiere voneinander profitieren und wie deren gemeinsame Evolution in der Grube Messel umfassend erforscht wird.
Bestäubung ist eine von vielen Formen der Symbiosen zwischen Pflanzen und Tieren. Am häufigsten erfolgt sie durch geflügelte Insekten, wie Bienen, Fliegen, Schmetterlinge und Käfer. Anhand der Insektenfossilien aus Messel und mit Hilfe innovativer Techniken wie der Fluoreszenzmikroskopie lässt sich dieses traditionsreiche Zusammenspiel rekonstruieren und die Co-Evolution von Pflanzen und Insekten entschlüsseln. So wurde aus der Fossillagerstätte kürzlich die bislang älteste bekannte Holzbiene beschrieben – auf ihrem Körper trug sie Pollen von Tee- und Araliengewächsen. Andere Bestäuber aus der Gruppe der Bauchsammlerbienen und der Echten Bienen stehen mit Pflanzen wie Stechpalme, Hartriegel-, Malven-, Ölbaum- und Wolfsmilchgewächsen in Verbindung. In zwei laufenden Forschungsprojekten wird die Messeler Diversität der Bienen und Blüten erforscht, um ganze Bestäubernetzwerke zu rekonstruieren.
Christian Geier ist Doktorand an der Universität Wien und arbeitet an Blüten- und Insektenfossilien paläogener Lagerstätten in Mitteleuropa.
Vortrag: Von Bienchen und Blümchen: Das Zusammenspiel zwischen Blüten und Bestäubern im Messeler Urwald
Referent: Christian Geier (Universität Wien)
Datum: Mittwoch, 13. August, 19:30 Uhr
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur-von-Weinberg-Haus, Grüner Hörsaal, Robert- Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt
Die Grube Messel, Deutschlands erstes UNESCO-Weltnaturerbe, ist weltberühmt für ihre überaus zahlreichen und herausragend gut erhaltenen Fossilien, die Einblick in das Leben vor etwa 47 Millionen Jahren geben. Damals herrschte auf der Erde ein Treibhausklima – Fauna und Flora unterschieden sich deutlich von unserer heutigen Umwelt. Die Senckenberg-Vortragsreihe „Messel – Fenster zur Urzeit, Schatz der Menschheit“ beleuchtet von Juli bis Dezember verschiedenste Aspekte der Geschichte der berühmten Fossilienfundstätte und der damaligen Tier- und Pflanzenwelt.
Medienpartner der Vortragsreihe ist hrINFO.
Alle Vorträge der Reihe finden um 19:30 Uhr im Grünen Hörsaal in der Robert-Mayer-Straße 2 statt.
Alle Informationen zu den Vorträgen, Referent*innen und Themen sowie zur Online-Teilnahmemöglichkeit via Zoom finden sich hier:
www.senckenberg.de/vortraege-messel