Pressemeldung 20-11-25
Sinnvoll: Junge Gehirne auf Entdeckungstour
Neues Bildungsprojekt für Intensivklassen, Real- und Gesamtschulen zu Gehirnen und Wahrnehmung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
Sehen, hören, fühlen, staunen – und dabei das eigene Gehirn besser verstehen: Das steht im Mittelpunkt des Bildungsprojekts „Sinnvoll: Unsere Wahrnehmung“ im Senckenberg Naturmuseum. Aktuell werden interaktive Workshops und Führungen konzipiert, in denen Schüler*innen erleben, wie unsere Sinne funktionieren – und was in unserem Kopf passiert, wenn wir die Welt wahrnehmen. Das Programm begleitet die neue Dauerausstellung „Gehirne“ und richtet sich gezielt an Intensivklassen ab der fünften Jahrgangsstufe sowie an Real- und Gesamtschulen der Klassen sechs bis zehn. Ab Frühjahr 2026 heißt es dann: entdecken, ausprobieren und kreativ werden – interessierte Schulklassen können sich ab sofort für die Formate anmelden. Gefördert wird das Programm von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
„Mit allen Sinnen lernen – und Barrieren abbauen: Um das Thema ,Sinne und Wahrnehmung‘ für junge Menschen zugänglich zu machen, haben wir mit Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung die Idee zum neuen Programm ,Sinnvoll: Unsere Wahrnehmung‘ entwickelt,“ erklärt Dr. Eva Roßmanith, kommissarische Leiterin des Senckenberg Naturmuseums und fährt fort: „Mit zwei unterschiedlichen Formaten richten wir uns dabei gezielt an Schulgruppen, die wir gerne noch häufiger im Museum begrüßen möchten.“ „Wir freuen uns, die Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Museum fortsetzen zu können und jungen Menschen die faszinierende Welt des Gehirns mit diesem Bildungsprogramm näherzubringen. Unser Ziel ist es, Wissen über dieses so spannende Organ und seine Funktionsweise verständlich und praxisnah zu vermitteln“, ergänzt Dr. Astrid Proksch, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung. „Das erreichen wir, indem wir Begeisterung wecken, spielerisches Lernen fördern und das Museum als Ort gemeinsamer Entdeckung erlebbar machen,“ erläutert Sophie Böttner, die das Projekt in der Abteilung „Bildung und Vermittlung“ bei Senckenberg koordiniert.
In Workshops für die sechste bis zehnte Klasse von Real- und Gesamtschulen wird die Sinneswahrnehmung zum Ausgangspunkt für kreative Kunstwerke. Nach einer kurzen Führung durch die Ausstellung „Gehirne“ erarbeiten die Jugendlichen selbstständig Grundlagen der Wahrnehmung und gehen anschließend in einen Gestaltungsprozess. Papier, Farben, unterschiedlichste Materialien, umfunktionierte Alltagsgegenstände – daraus entstehen dreidimensionale Collagen, in denen die Jugendlichen Sinneseindrücke oder Emotionen künstlerisch interpretieren.
Fühlen, staunen, verstehen: Schüler*innen von Intensivklassen ab der fünften Jahrgangsstufe erleben in interaktiven Führungen, wie unser Gehirn Reize verarbeitet. Kleine Experimente und Spiele – etwa Geräusche und Gerüche erraten oder optische Täuschungen erkennen – machen komplexe Inhalte verständlich. Die Vermittlung in leichter Sprache unterstützt dabei nicht nur das Verständnis, sondern auch den Spracherwerb.
Das Programm begleitet die Dauerausstellung „Gehirne“, die seit März 2025 zu sehen ist. Auf rund 200 Quadratmetern treffen über 120 Exponate aufeinander: wissenschaftliche Erkenntnisse aus Neuro- und Naturwissenschaften, sportliche Spitzenleistungen des Gehirns beim Fußball und künstlerische Perspektiven des Medienkünstlers Tim Berresheim. Mit entwickelt und mit rund einer Million Euro gefördert wurde die Ausstellung von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, einem der größten privaten Förderer der Hirnforschung in Deutschland.
Informationen für interessierte Klassen und Kurse:
Die Führungen und Workshops starten ab Frühjahr 2026. Interessierte Klassen können sich jetzt schon unter bildung@senckenberg.de anmelden; die Plätze sind begrenzt. Ende 2026 wird zudem eine Handreichung für Lehrkräfte erscheinen, die die im Projekt erprobten Methoden in den Unterricht übertragbar macht.
Weitere Schulführungen für verschiedene Klassenstufen rund um das Thema Gehirne und Sinnesleistungen sind ebenfalls buchbar: https://museumfrankfurt.senckenberg.de/bildungsangebote/fuehrungenundworkshops/
Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und erforscht seit über 200 Jahren weltweit das „System Erde“ – in der Vergangenheit, der Gegenwart und mit Prognosen für die Zukunft. Wir betreiben integrative „Geobiodiversitätsforschung“ mit dem Ziel die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Zudem vermittelt Senckenberg Forschungsergebnisse auf vielfältige Art und Weise, vor allem in den drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden. Die Senckenberg Naturmuseen sind Orte des Lernens und Staunens und sie dienen als offene Plattformen dem Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft – inklusiv, partizipativ und international. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.
Über die Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: „Gehirn erforschen“ und „Demokratie stärken“. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte Impulse innerhalb dieser Themen. Im Arbeitsgebiet „Gehirn erforschen“ steht die Funktionsweise des Gehirns und die Bekämpfung seiner Erkrankungen im Mittelpunkt. Schwerpunkte bilden die Förderung klinischer Hirnforschung und Projekte im Bereich der Grundlagenforschung sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung neurowissenschaftliche Initiativen für innovative Forschungs-, Bildungs- und Kommunikationsformate. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. Der Name „Hertie“ geht zurück auf Hermann Tietz, Mitbegründer des gleichnamigen Warenhauskonzerns zum Ende des 19. Jahrhunderts. www.ghst.de