Pressemeldung 11-12-25
Hören, Sehen, Riechen: Die Sinneswelt fossiler Tiere aus Messel
Letzter Vortrag der Reihe „Messel – Fenster zur Urzeit, Schatz der Menschheit“ am Mittwoch, 17. Dezember, im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Die Fossilien der Grube Messel sind in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Das haben die vergangenen Vorträgeder Reihe „Messel – Fenster zur Urzeit, Schatz der Menschheit“eindrücklich gezeigt.Im letzten Teilder ReiheerläutertDr. Rachel Racicot (Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt), wie anhand der Funde nicht nur sensorische Fähigkeiten, sondern sogar Verhalten und Lebensweise ausgestorbener Tiere rekonstruiert werden können.
Was konnten ausgestorbene Tiere hören, sehen oder riechen? In der Grube Messel werden immer wieder Fossilien geborgen, deren Schädelstrukturen so außergewöhnlich gut erhalten sind, dass sie detaillierte Einblicke in längst vergangene Sinneswelten ermöglichen. Dank moderner bildgebender Verfahren, etwa hochauflösender CT-Scans, lassen sich Innenohr, Augenhöhlen und Riechzentren und sogar sensorischen Fähigkeiten der Messel-Lebewesen rekonstruieren. So wird sichtbar wie leistungsfähig bestimmte Sinne waren und welche Rolle sie im Alltag der Tiere vor 47 Millionen Jahren spielten – sogar Rückschlüsse auf Verhalten und Lebensweise können gezogen werden.
Anhand verschiedener Messel-Fossilien erläutert die Vortragende, was wir über die sensorischen Fähigkeiten dieser Tiere wissen – zum Beispiel bei frühen Fledermäusen und anderen Säugetieren. Diese Erkenntnisse erlauben nicht nur eine erstaunlich präzise Rekonstruktion der Sinneswelt ausgestorbener Arten, sondern auch ein besseres Verständnis dafür, wie Tiere ihre Umwelt wahrnehmen – damals und heute.
Die Paläontologin Rachel Racicot ist Sektionsleiterin in der Messel-Forschung am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. Sie untersucht die Entwicklung der sensorischen Systeme von Meeressäugern, Fledermäusen und anderen Organismen mit Hilfe CT-basierter Ansätze und digitaler Rekonstruktionen.
Vortrag: Hören, Sehen, Riechen: Ein Blick in die Sinneswelt fossiler Tiere aus Messel
Referentin: Dr. Rachel Racicot (Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt)
Datum: Mittwoch, 17. Dezember, 19:30 Uhr
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur-von-Weinberg-Haus, Grüner Hörsaal, Robert- Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt, sowie online
Die Grube Messel, Deutschlands erstes UNESCO-Weltnaturerbe, ist weltberühmt für ihre überaus zahlreichen und herausragend gut erhaltenen Fossilien, die Einblick in das Leben vor etwa 47 Millionen Jahren geben. Damals herrschte auf der Erde ein Treibhausklima – Fauna und Flora unterschieden sich deutlich von unserer heutigen Umwelt. Die Senckenberg-Vortragsreihe „Messel – Fenster zur Urzeit, Schatz der Menschheit“ beleuchtet von Juli bis Dezember verschiedenste Aspekte der Geschichte der berühmten Fossilienfundstätte und der damaligen Tier- und Pflanzenwelt.
Medienpartner der Vortragsreihe ist hrINFO.
Alle Vorträge der Reihe finden um 19:30 Uhr im Grünen Hörsaal in der Robert-Mayer-Straße 2 statt.