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Pressemeldung 12-02-26

Armleuchter, Frauenmantel und Co.: Standardwerk hilft bei der Bestimmung von Pflanzen in Deutschland

Die 14. Neuauflage der „Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland“ beinhaltet 130 neue Pflanzenarten, erstmals auch heimische Armleuchteralgen

Von Adlerfarn bis Zittergras – in Deutschland gibt es etwa 3.000 bis 3.200 wildwachsende Gefäßpflanzenarten. Bei der Bestimmung dieser floralen Vielfalt helfen seit vielen Jahrzehnten die Bücher aus der Reihe „Exkursionsflora von Deutschland“, unter Botaniker*innen auch schlicht als „der Rothmaler“ bekannt. In der neu erschienenen Überarbeitung des dazugehörigen Atlasbandes wurden 130 Pflanzenarten mit Habituszeichnungen neu aufgenommen, rund 40 bestehende Abbildungen ersetzt und zahlreiche weitere detailliert überarbeitet. Erstmals sind zudem die acht wichtigsten in Deutschland vorkommenden Armleuchteralgen enthalten. Das botanische Standardwerk wird gemeinsam von Forschenden des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, der Technischen Universität Dresden und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg herausgegeben.

Armleuchteralgen gehören zu den auffälligeren Bewohnerinnen in deutschen Seen, Teichen und Gräben. Ihr aufrechter Wuchs mit quirlig angeordneten „Ästchen“ erinnert tatsächlich an einen winzigen Armleuchter. „In der nun vorliegenden Neuauflage der ‚Exkursionsflora‘ sind erstmalig auch die acht wichtigsten in Deutschland vorkommenden Armleuchteralgen (Characeae) enthalten. Obwohl sie streng genommen nicht zu den Gefäßpflanzen zählen, gewinnen sie für die botanische Praxis zunehmend an Bedeutung und lassen sich ähnlich wie andere Pflanzen mit makroskopischen Methoden bestimmen“, erklärt Prof. Dr. Karsten Wesche vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz. Seine Görlitzer Kollegin Prof. Dr. Christiane Ritz fährt fort: „Wir verstehen unseren Atlasband als eine Bildergalerie mit botanischem Nutzen. Er ergänzt den Bestimmungsband, in dem die Pflanzen textlich beschrieben werden, und hilft so, Arten auch ohne besondere Vorkenntnisse sicher zu erkennen.“

Gemeinsam mit Dr. Frank Müller (Institut für Botanik, Technische Universität Dresden) und Dr. Erik Welk (Institut für Biologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) haben Ritz und Wesche die 14. Auflage des Gefäßpflanzen-Atlasbands der „Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland“ herausgegeben. Das Standardwerk richtet sich an Studierende und Fachleute, ist aber auch für interessierte Laien gut nutzbar. Der Atlasband der Reihe illustriert die mehr als 3000 wildwachsenden Pflanzenarten Deutschlands mit Schwarzweißzeichnungen der kompletten Pflanze und Details wie Blüten und Blättern. „Der Rothmaler ist ideal für alle, die wissen möchten, welche Pflanzen ihnen bei Spaziergängen, Wanderungen oder im eigenen Garten begegnen, oder vielleicht auch einfach nur KI-basierte Bestimmungen von einschlägigen Plattformen überprüfen wollen“, ergänzt Wesche.

Mit der neu vorliegenden Auflage erscheint eine umfassend überarbeitete und deutlich erweiterte Fassung des zentralen Bestimmungswerkes zur Flora Deutschlands. Für insgesamt 130 Pflanzenarten wurden neue Habituszeichnungen erstellt, rund 40 bestehende Abbildungen ausgetauscht und zahlreiche weitere umfassend überarbeitet. „Ein besonderer Fokus lag auf der Überarbeitung bestimmungskritischer und artenreicher Pflanzengruppen. So wurden die Pflanzenfamilie der Rötegewächse (Rubiaceae) vollständig neu bearbeitet, ebenso wichtige Vertreter der Gattungen Frauenmantel (Alchemilla) und Löwenzahn (Taraxacum). Ziel war es, insbesondere schwer unterscheidbare Sippen übersichtlich und praxisnah darzustellen“, so Ritz.

Wie in den bisherigen Auflagen zeigen alle Abbildungen den vollständigen Habitus der Pflanzen. Besonderes Augenmerk gilt vegetativen Merkmalen wie Blattform, Behaarung und Wuchsform, um eine sichere Bestimmung auch im blütenlosen Zustand zu ermöglichen. Maßstabsangaben und Hervorhebungen wesentlicher Merkmale erhöhen zusätzlich die Aussagekraft der Zeichnungen. Die taxonomische Gliederung, Nomenklatur und biologischen Angaben wurden an den aktuellen Grundband des Rothmalers sowie an die Florenliste Deutschlands angepasst.

„Die Fertigstellung des Atlasbandes erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Botanikern wie Arndt Kästner, Rico Kaufmann, Heiko Korsch, Ingo Uhlemann und Gerhard Wiegleb sowie zahlreichen Zeichner*innen. Die aktuelle Auflage des Atlasbandes setzt den Anspruch des Urhebers Werner Rothmalers fort, ein verlässliches, praxisorientiertes und wissenschaftlich fundiertes Nachschlagewerk für die Pflanzenwelt Deutschlands bereitzustellen“, schließt Ritz.

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